Lieben mit einem oder mehreren

Lieben mit einem oder mehreren

Lieben mit einem oder mehreren ?

“Ich liebe Dich”, sagen wir zueinander und wollen dadurch unsere Liebe zu einem bestimmten Menschen ausdrücken.

Liegt in dieser Art zu sprechen eine Vorstellung davon, dass Liebe mit dem was wir tun etwas zu tun hätte? Oder meinen wir mit diesem Satz nur, dass wir uns gegenseitig mögen und eine Bindung durch diese Wörter schaffen wollen?

„Ich liebe dich auch“, scheint die richtige Antwort darauf zu sein. Die meisten Menschen wären enttäuscht, wenn als Antwort ein „ach so? Das tust Du?“ käme.

Wie funktioniert dieser Satz, wenn wir ein „mich“ reinsetzen würden?

„Ich liebe mich“ ……..Vielleicht findet es ein Fürsprecher für positive Psychologie fantastisch, wenn man so etwas jeden Morgen zu sich selbst sagen würde….. und ich möchte gerne zur Reflexion einladen, über das, dass man einen Bestimmten lieben will.

Wer wäre dieses „Mich“ den ich liebe? Wer liebt wen? Liebe ich die Geschichte von mir und bestehe ich dann auch aus einer Geschichte? Oder gibt es Jemand, den ich als den „Liebenden“ beschreiben könnte, ohne dass er augenblicklich zur Geschichte würde.

Also wäre das sprachliche Ergebnis, dass eine Geschichte (über Ich) eine Geschichte (über mich) liebt.

Ich kann die Geschichte (über mich) als mein (Ego) benennen, was dazu führt, dass der Ausdruck“ Ich liebe mich“ bedeutet, dass das Ego das Ego liebt – d.h. sich selbst, und das passt dann sehr gut „zu Egos“ in meiner Beschreibung.

Wenn ich zu jemanden sage:“ Ich liebe Dich“ bedeutet es dann, dass mein Ego dein Ego liebt? Und kann das etwas mit Liebe zu tun haben?

„ Ich liebe Dich“ – eine egoistische Aussage?

Liebe ist jenseits von Bedingungen. Was bedeutet das? Dass, ich keine Forderungen an die Liebe stellen kann? Dass, es nicht verlangt werden kann, oder dass ich mir Liebe nicht verdienen kann? – Handelt es sich grundlegend darum, dass die Liebe nie durch Intellekt oder Wörter verstanden werden kann? Indem Augenblick, indem ich mich darüber äußern würde was Liebe ist, hätte ich es schon bedingt. Es als „Etwas“ zu benennen und nicht als etwas „Anderes“, wäre eine Teilung-eine Bedingung. Es ist wohl genau dieser Grund, weswegen die Idee von unserm Ego sich in den Weg zur Liebe stellt?

Der Wunsch jemand oder etwas werden zu wollen, grenzt mich durch das Ego davon ab.

Der Ausdruck „ Ich liebe Dich“ wirkt als eine Einladung zu beiden Egos? Ich bin derjenige, den du liebst“ – etwas ganz Besonderes. Kann es etwas geben das noch egoistischer wirkt?

Wenn wir zu hören vermissen können, dass ein bestimmter Mensch uns liebt dreht es sich dann darum sicher zu sein, dass er oder sie uns will? Oder ist da ein Bedürfnis etwas ganz Besonderes für denjenigen zu sein?

Liebe kann nicht vom Verhalten bedingt sein?

Von dem Moment von dem Liebe durch ein bestimmtes Verhalten abhängig gemacht wird, wird es wohl beding? Wenn ich alternativ mit dem Wort Liebe auf das Leben selbst zeige-

d.h. das was kontinuierlich alles schöpft was ist, dann muss ich jede Idee von mich zur Liebe tüchtiger machen wollen, aufgeben, und allein davon reden Kontakt zu dem was hinter allem steht zu haben. Dieser Kontakt wird jenseits Wörter und Beschreibungen sein, und damit jenseits von Intellekt. Ich lebe und sterbe also BIN ich ein Teil der Erscheinung des Lebens. Ich stehe also in der Mitte der Liebe. Alles was ich brauche, ist, es zu sehen.

Was muss ich sehen? Ich muss entdecken – jenseits meinem Intellekt (was diese Beschreibung paradox werden lässt), – dass das was mein Intellekt tut ist zu teilen und zu spalten. Wenn ich mich unterscheide von allem was ist als etwas oder jemanden, dann stellt sich diese Abstraktion in den Weg zu dem, dass ich das Leben selbst sehen kann. Das was ich sehe ist die Vorstellung von mir und dem Leben als zwei getrennte Gegebenheiten.

Das Intellekt kann hier sowohl eine Hilfe als auch ein Hindernis sein.

Das Leben funktioniert als ein sich kontinuierliches beziehen

Denk mal an einen Menschen, den du kennst! Welches Bild schöpfst du von dieser Person?

Steht derjenige frei schwebend im nichts oder platzierst du er/sie in unterschiedliche Zusammenhänge. IST er/sie unabhängig von diesen Zusammenhängen oder wird da immer wieder ein Kontext sein durch den du denjenigen anschaust? Kann die Erzählung erzählt werden ohne solche Beziehungen zu schöpfen?

Diese Übung kann gut zur Beschreibung sein, dass du und ich keine Grenzen haben. Das das Leben lebt dadurch, dass die ganze Zeit bezogen wird. Wenn wir das als Beziehungen beschreiben wollen, frieren wir etwas ein, was sich sonst kontinuierlich bewegt. Also wird aus Bewegung ein starres Bild gemacht.

Selbst die Idee davon, dass ich mit der Geburt anfange und mit meinem Tod wieder verschwinde, muss ich loslassen. Der Tod ist ein vollständig integrierter Teil vom Leben. Jede Sekunde sterben – ich weiss nicht wie viele Zellen in meinem Körper- so viele, dass diese nach sieben Jahren fast alle ausgetauscht sind.

„Ich“ bin mit anderen Worten, niemand. Ich werde zu jemanden durch Beschreibung gemacht. Wenn „Ich“ nicht da bin, kann „Ich“ dann lieben?

Ich kann nicht meditieren

Ich kann dir zum Beispiel eine Geschichte davon erzählen, dass der plätschernde Bach den Durst von den Bergziegen stillt. Und tut der Bach das oder ist er einfach in Übereinstimmung mit der Natur da, und macht was er natürlicherweise macht?

Wenn ich mich still hinsetze und einfach nur ohne etwas machen zu müssen, ohne Ambition oder Ziel- auch nicht mit der Ambition keine Ambition haben zu wollen- und einfach ohne dem was ich wahrnehme einen Namen zu geben, das wahrnehme, was um mich herum passiert , meine Gedanken und Gefühle einfach, wie als wären es Vögel in den Bäumen draussen laufen zu lassen(sie hören auch irgendwann auf zu singen) – dann kommt Meditation zu mir. Ich kann nicht meditieren. Ich, meine Vorstellung von mir kann nur losplappern, und wenn dieses plappern aufhört bin ich nicht mehr da. Da entsteht Kontakt zur Liebe, die nicht ein Kontakt zwischen „Ich“ und „sie/er/es“ ist. Liebe ist da.

Tantra ist dieses Verständnis, welches nicht durch Beschreibung erreicht werden kann.

Sich intim mit unterschiedlichen Menschen betätigen

Wenn Meditation im Kontakt zueinander zu euch kommt, gibt es kein „Ich und Du“ länger. Das Leben findet statt. Liebe ist da. „Ich“ mache nicht liebe (mit) dir, und „ich“ liebe dich nicht- Freiheit ist da, Lust ist da.

Das zu erfahren wird als sehr freisetzend erlebt.

Erst ist es mit Angst verbunden „deinen Partner“ oder den, den du „meinst zu lieben“ in einer intimen Begegnung mit einem anderen zu sehen, dann entsteht etwas was sich natürlich anfühlt. Du beurteilst es nicht länger als „richtig“ oder „falsch“ – es tut einfach wie es tut.

Diese Freiheit dreht sich nicht um den anderen, sondern es geht um dich. Da, wo du Angst und Befürchtungen in deinem Leben hast kann kein Kontakt zur Liebe sein. Die Angst funktioniert als Gegensatz zur Liebe.