Was ist Tantra?

Was ist Tantra?

Diese Frage höre ich sehr oft und jedes Mal wundere ich mich darüber, nicht dass sie gestellt wird, sondern wie sie zu beantworten ist. Wenn ich dich fragen würde: Was ist dein Leben? Erzähl mir was ist dein Leben! Müsstest du mit Sicherheit auch zögern? Was ist das „Leben“überhaupt?

Wenn du dich trauen würdest diese Frage zu beantworten, bekäme sie wohl die Form einer Geschichte? Eine Erzählung, von dem was du alles tust und getan hast, was dir wichtig ist und mit wem du dich eng beziehst? Und wäre diese Geschichte dann dein Leben?

Wir bemühen uns alles durch Geschichten zu „verstehen“, und genau so wie kein Gemälde von einer Blume je eine Blume selbst sein wird, genau so wenig kann das Leben durch eine Geschichte verstanden werden. Wenn du dein ganzes Leben gedacht hast, dass z.B. Erdbeeren, das sind was auf einem Foto gezeigt wird und nie eine „richtige“ Erdbeere wahrgenommen hast, dann hast du nichts von Erdbeeren verstanden.

Das Leben wird gelebt wie ein Tanzen ohne Choreographie. Es gibt keinen „Tanz“, es gibt keinen „Tanzenden“. Der Tanzende und der Tanz leben selbst aus sich selber heraus. „Es ist nur tanzen da“.

Tantra möchte ich in diesem Verständnis beschreiben. Ein Verstehen, dass jenseits Geschichten und Gedanken lebt.

Nähe und Kontakt

Unser Körper sucht Kontakt und Begegnungen. Tief in uns sehnen wir uns nach Nähe und Kontakt. Nirgendwo können wir uns so gut spüren, wie in der körperlicher Begegnung mit einem anderen Menschen. In jeder Zelle von uns sprudelt Lust. Das Leben will sich bewegen, sich vermehren, sich spüren. „Sich“ wahrnehmen entsteht im Kontakt.

Als wir im Mutterleib waren haben wir nicht zwischen „ich“ und „Mutter“ unterschieden, wir waren „Eins“…und wir waren auch nicht nur ein Begriff . Wir waren „nichts“, und wussten es auch nicht. Kein Gedanke war da – aber das Leben selbst hat sich entfaltet. Als wir geboren wurden fand eine notwendige Trennung statt, und indem wir gelernt haben an alle mögliche Geschichten zu glauben und uns sogar mit ihnen zu identifizieren, ist unsere Trennung noch größer geworden. Deine Freiheit ist verloren gegangen. Die Fesseln sind Moral, Normen und vor allem deine Ambition „Jemand oder Etwas“ werden zu wollen.

Da , wo dein Körper im Außen das miteinander braucht, musst du im Inneren wieder zur Stille kommen. Du muss aus der Stille dein Zeuge sein! Aus dieser Stille kommt Kontakt zur Liebe Lust und dem Leben selbst wieder zu Dir.

Tantra ist keine Philosophie

Tantra ist keine Philosophie. Im Philosophieren versuchen wir durch Beschreibungen zu verstehen, etwas durch die Anwendung der Logik zu erklären. Kannst du tanzen verstehen, dadurch, dass du jeden Schritt und jede Bewegung beschreibst? Kannst du den Tänzer verstehen, indem in seine Knochen und Muskeln zerstückelst? Wird der Liebesakt verstanden indem wir Buchstaben lesen?

Tantra kann vielleicht als eine subjektive Wissenschaft beschrieben werden? Erfahren, ohne es zu Erfahrungen zu machen. Wahrnehmen, ohne das Wahrgenommene zu beurteilen. Tantra heißt die Wiederherstellung von Kontakt zur Lust, Liebe und Freiheit – zurück zur Natürlichkeit – zum Leben selbst.

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