Begegnung mit dem Mahamudrainstitut

Begegnung mit dem Mahamudrainstitut

Während den Übungen sind wir nackt

Im Mahamudrainstitut finden fast alle Übungen nackt statt. Für einige kann die pure Vorstellung dessen, Angst auslösen z.B. „Bin ich schön genug? Oder „Kann ich mich so zeigen“, „Was passiert, falls ich eine Erektion bekomme?“ Witzigerweise sind Schamhaftigkeit und Scheue(wie ich das beschreiben würde) die, die zu 99% am schnellsten von denen, die beim ersten Mal auf unseren Seminaren und Retreats teilgenommen haben, losgelassen werden.

Wenn wir diese Praxis wählen, hat es seinen Boden in der Auffassung davon, dass wir uns durch unserer Bekleidung selbst konditionieren. Das funktioniert wie eine“ Schicht“ zwischen unserem Körper und der Welt um uns herum, welche sehr praktisch sein kann, wenn es kalt ist, oder die Umgebung auf irgendeiner Weise Schaden könnte; und in der Begegnung mit anderen Menschen wirkt es auch, wie etwas, was uns abgrenzt und uns trennt. Durch Kleidung schöpfen wir Identität und erzählen Geschichten.

Allein das Nacktsein mit anderen, die auch anwesend sind, so wie sie aussehen, wird als, sowohl befreiend, als auch anerkennend erlebt. Das sich das ziemlich natürlich anfühlt, die Kleider auszuziehen, wenn wir Kontakt, Nähe, Berührung und Lust erforschen wollen ist wohl einleuchtend?

In unserer Sexualität wird der Umgang mit uns selbst und einander gespiegelt. Hier wird es deutlich, ob wir einen „inneren Zugang zu uns selbst“ haben oder „ausserhalb von uns“ stehen.

Haben wir uns von Geschichten abhängig gemacht, z,B. durch das „Freche“? Benutzen wir uns gegenseitig oder begegnen wir uns? Haben wir Ziele, Ambitionen oder Bedingungen für die Begegnung aufgestellt und wäre es dann wohl noch möglich sich in der Realität zu begegnen, das heisst zu Liebe, Freiheit, Lust und Bewusstheit?

Sex, Lust und Spiritualität

Zum Tantra im Mahamudrainstitut eingeladen, geschieht Verständnis nicht über das Intellekt. Diesen Eindruck könntest du bei einigen der Texte hier bekommen? Der Intellekt funktioniert bezogen auf einladen und beschreiben, wunderschön – und wollen wir verstehen müssen wir erfahren.

Da, wo es vor tausenden von Jahren die Unterdrückung von Sexualität eingesetzt wurde um Angst ,Schuld und Verdrängung zu schöpfen – mit der Absicht Menschen ihre Freiheit zu nehmen und sie zu gehorsamen Soldaten und guten Arbeitern zu machen, da wird die Freisetzung in der Lust wieder seinen Anfang nehmen.

Sexualität wurde pervers gemacht etwas sehr „privates“ zum „frechen“(nur durch das Verbotene entstanden) gewandelt und zu einer Praxis, die unser Zusammenleben bedingt. Das Zusammenleben muss eine bestimmte Form haben um zu erlauben, dass die Lust blüht. Nirgendwo finde ich soviel Gespräche über Moral, wie bei Sex und bei Lust. Frag jede Religion und sie wird deine Lust als eine Hindernis für deine Spiritualität sehen!

Wie kann das, was meine Wurzel ist, mein Ursprung, der Ausgangspunkt für meine Existenz, die Kraft, die in mir braust, die bewirkt, dass das Blut in meinem Körper umher gepumpt wird, dass mein Atmen bewegt wird, dass jede einzelne Zelle in seiner Leben gebenden „Versunkenheit“ sich vermehrt oder Platz für neues Leben schafft, zu etwas gemacht wird, dass ein Hindernis für Spiritualität ist?

Den schönsten Akt von Alldem zu etwas zu machen, dass mit Schuld verbunden werden soll, ist vielleicht das größte Verbrechen in der Menschheit. Die Machthaber haben immer Angst vor Ausgelassenheit, vor Freude und dem freien Menschen gehabt. Denen, die voll und ganz in Kontakt zur Lust ohne Angst, Furcht oder Schuld sind, denen die sich nicht von jemandem steuern lassen wollen.

Wie legen wir die von tausenden von Jahren angelernte Schuld und Schamhaftigkeit von wieder von uns weg? Nicht so, dass wir rumlaufen und genau das machen wozu wir Lust haben – was sehr unpraktisch wäre und mit Sicherheit anderen die Freiheit nehmen würde – aber so, dass wir weg gehen von, unbewusstem und automatisiertem hin zu bewusstem und aufmerksamen Werden? Kann das durch eine neue Moral, der wir folgen müssen, geschehen? Eine Tantra Moral? „So wird es zum richtigen Sex? „Mach das und das DANN wirst du längere Orgasmen erleben etc.“

Wird es nicht nur wieder durch unser Urteil und unsere Schuld unterlegt?“ Mist,…..jetzt konnte ich wieder nicht meine Ejakulation zurückhalten – ich muss trainieren“.

Willst du deine Sexualität in einer tantrischen Ambition leben? Sie wird dich genauso unbewusst und unfrei machen, wie du die ganze Zeit gewesen bist. Tantra lädt dich dazu ein jede Moral, jeden Glauben, jede Erzählung darüber, dass etwas richtig oder falsch gegeben ist loszulassen und stattdessen damit anzufangen zu beobachten, dich zu widmen und dich zu wundern in allem was du tust. NICHT in einer Analyse, die durch urteilen lebt aber in einer ganz einfachen Anerkennung: Ich sehe, dass ich sehe. Spüre, dass ich spüre. Höre, dass ich höre …. usw..

…… Und genau da anfangen, an dem es dir am deutlichsten ist mit welchem hohen Grad du einen Deckel darauf gelegt hast, dem Kontakt zur natürlichen Lust: In der Begegnung mit einem anderen Menschen ( andere Menschen) – unbekleidet – in Berührungen, die nichts verlangen und nirgendwo hin wollen.

“Ja” und “Nein” sagen

In diesen potenziellen und möglichen Raum hineinzugehen, indem du jederzeit nein sagen kannst, nichts verlangen kannst und dein“ Ja „ zu dir selbst, zu deiner Lust, zur Liebe in all seiner unendlichen Einfachheit und Freiheit erforschen kannst, wird das am meisten transformierende in deinem Leben passieren. Die einzige Vorraussetzung ist ein sehr klares : Ich will – ( frei sein ). Nicht so, dass es wie eine „Bedingung“ steht……und …..ohne dem „ich will“ siehst du den Raum nicht. Die Begegnung in dir findet nicht statt.