Konkurieren und Eifersucht

Konkurieren und Eifersucht

Wir können, wenn wir um uns herum die Natur beobachten, sie so verstehen, dass „Tiere und Pflanzen miteinander in Konkurrenz stehen“? Das haben wir durch unsere Erziehung gelernt und erzählt bekommen. Naturwissenschaftler haben die Natur durch solche „Brillen“ gesehen und beschrieben und ihre Art zu beschreiben hat unseren Umgang miteinander und unser soziales und politisches Leben stak beeinflusst.
Es geht darum „ein Gewinner“ zu werden, „seine Ziele im Leben zu erreichen“ und „gut im Wettbewerb zu stehen“.

Selbst wenn wir uns einen neuen Partner suchen wollen, wird es so beschreiben, als in Konkurrenz stehend und „sich auf dem Fleischmarkt neu bewerben“.

Wird nicht jeder Krieg und jeder Konflikt im Großen und im Kleinen auf dem Hintergrund dieses Weltbildes gekämpft?

Ich wundere mich, ob eine Pflanze wirklich „konkurriert“?

Ich wundere mich, ob eine Pflanze wirklich „konkurriert“, oder, ob dass was sie tut nur so beschrieben wird aus Sicht der beobachtenden Wissenschaftler? Ein Beobachter, der in seinem Wunsch etwas beschreiben zu wollen, auf seine eigene Begriffswelt zurückgreift und dort das Wort „Konkurrenz“ herausholt und benutzt?Konkurriert die Natur wirklich, oder sagt diese Beschreibung nur etwas über das „Wertesystem„ des Beobachters aus?

Wenn das Männliche um die Gunst des Weiblichen kämpft, dreht es sich dann um Konkurrenz, oder tun sie einfach was sie tun?

Was macht diese Konkurrenz-Geschichte mit uns, wenn wir dadurch unser eigenes Leben beobachten, z.B. auch, wenn es sich um das Suchen einer Partner/In dreht?

Jetzt muss das was in der Natur passiert weder besser oder schlechter sein, als etwas was wir durch unsere Kultur entwickelt haben? Und macht es Sinn, wenn wir unsere Argumentation dafür, dass „Konkurrenz natürlich ist“ in eine kulturell bedingte Beschreibung holen? Wird es nicht widersprüchlich?

Ich könnte auch die Natur als ein kontinuierliches „sich beziehen“ beschreiben. Als ständige Ereignisse, die aus sich selbst heraus passieren.

In diesem Fall wäre es wohl interessanter zu erforschen, wie „sich beziehen“ funktioniert, als sich mit der Konkurrenz zu beschäftigen?

Das Begriff: „Konkurrenz“

Das Begriff: „Konkurrenz“ hat denselben Stamm wie das Wort „Vergleich“ mit der Intention von einem Ziel und „Gewinnen“ zu können.

Angenommen, das Leben in „Konkurrenz“ stünde? Mit wem oder was müsste das sein? Mit dem Tod? Und ist der Tod nicht ein Teil des Lebens selbst? Ohne den Tod kein Leben? …. Und, wenn der Tod wirklich der Konkurrent wäre, dann würde das Leben immer verlieren.

Wenn ich mich mit meiner eigenen Geschichte oder der Geschichte von Anderen über „in Konkurrenz zu sein“ identifiziere, dann muss es bedeuten, dass ich irgendwo hin will? Ich muss mich auf ein Leben eingestellt haben, indem ich mich in allem was ich tue, mich mit anderen vergleiche?

Alles entsteht aus einem Bedürfnis und der Begierde nach dem Besten, der größte, Nummer Eins, die Schönste, der Reichste, der Tüchtigste, der am Sexy´ten, usw. … „Jemanden werden wollen“ oder „Etwas werden wollen“.

Es muss auch dazu führen, dass es „Verlierer“ gibt? Wo von Wettbewerb und Konkurrenz gesprochen wird gibt es entweder Gewinner oder Verlierer.

Für die , die in einem Leben voll mit Konkurrenz leben, ist das Loslassen von genau dieser Geschichte sehr schwierig. Mir begegnen Menschen für die, die Konkurrenz an sich zu dem Sinn des leben gemacht worden ist.

Bedingt und teilt etwas mehr als Konkurrenz? Kann ich bloß einen Hauch von Liebe haben, wenn ich meine Welt durch Wettbewerb und Konkurrenz bedinge? Ist es überhaupt möglich sich im Kontakt zur Liebe zu sehen, wenn der Maßstab wonach verglichen wird, der ist, wie weit ich ein Verlierer oder Gewinner bin? Kann Liebe bedingt werden?

Ich höre von Teilnehmern aus unseren Seminaren, dass „Sie sich doch von anderen angezogen fühlen müssen“? …oder sie stellen Fragen wegen des Alters oder das Aussehens der angemeldeten Teilnehmer. Aus der Perspektive einer konkurrierenden Welt sind solche Fragen wohl einleuchtend? Und für mich spiegelt oder projiziert sie einen inneren Vergleich, worunter der Fragende leidet. Im ersten Fall muss er/sie wohl davon ausgehen, dass er/sie auch „so einer ist von dem sich andere angezogen fühlen werden?“

Konkurrieren und Eiversucht

Wenn ich durch Eifersucht getroffen werde, z.B. wenn ich „meine Partnerin“ in einer intimen und liebevolle Begegnung mit jemand anderen sehe, dann ist der Vergleich wieder im Spiel.

Angst davor nicht „gut genug zu sein“ , oder dass „ ich zweite Wahl bin“ und dafür, dass ich „Jemand verlieren kann“ was heisst – Dass ich „Jemand besitzen und gewonnen habe oder sie mir gehört“. Eifersucht kann zum trauern , zur Wut, zum aggressiven Verhalten und Leiden führen.

Nichts als Eifersucht nimmt meine Freiheit. Sie springt aus der Angst heraus, und die Angst ist in meiner Beschreibung der Gegensatz zur Liebe.

Ich werde sie nicht los, indem ich mit ihr kämpfe. Je mehr Kampf, je mehr wird sie an mir kleben. Sie lässt erst ihren Griff in mir los, wenn ich sie verstehe. Es bedeutet, dass ich in dieses Gefühl gehen muss und mich dabei beobachten soll. Was mache ich mit mir? Wie schaffe ich es jeden Kontakt zur Freiheit zu blockieren?

Wo Wettbewerb zwischen Frauen und zwischen Männer aufhört und sie sich vereint in einer gemeinsamem Weiblichkeit und Männlichkeit verschwindet auch die Idee von „meiner“ und „deiner“. Die erste Erfahrung damit wie einfach es sein kann sich zur Dritt oder Viert oder Fünft liebevoll im Liebesakt zu begegnen, jenseits jeder Konkurrenzvorstellung, kann wie eine tiefe Verwandlung wirken.

Diese vollständig zerstörende Idee: Dass, das Leben sich um Konkurrenz dreht … steht im Weg zur jedem Kontakt zu einem Leben in Freiheit, Lust und Liebe.