Seine Geliebte glücklich machen

Seine Geliebte glücklich machen

„Seine Geliebte glücklich machen?“

„Mein größtes Glück ist meine/n Geleibte/n glücklich zu machen“

So eine Aussage klingt auf den ersten Blick wie eine Liebeserklärung von höchstem Karat? Was kann weniger egoistisch sein, als alles für das Glück des anderen tun zu wollen?

Ein Übergriff?

In meiner Beschreibung wirkt der Satz fast wie ein Übergriff. Wenn er ausgesprochen wird, wird derjenige an den er gerichtet ist, dazu eingeladen, die Verantwortung für diesen Wunsch zu übernehmen.
Wäre es nicht natürlich, wenn er oder sie mit einem: „Ach, ich will auch alles tun um DICH glücklich zu machen “ – antwortet? Damit haben beide die Verantwortung bekommen für das Glück des anderen.

Gibt es etwas, das MEHR egoistisch ist, als zu sagen: „DU bekommst hiermit die Verantwortung für mein Glück!“. Was für eine Belastung und Verantwortung, das an jemanden abzugeben?

Für das Kind z.B. das damit leben soll die Verantwortung für die Freude seiner Mutter oder seines Vaters zu haben, wird es schwierig Kontakt zu sich selbst zu halten? „Mama wird so froh, wenn es dir gut geht…“ „Du machst deinen Vater sehr stolz,mit dem was du tust…“

Sein „beziehen“ bedingt machen

Hat es mit Liebe zu tun, wenn wir diese Bedeutung darauf legen? Bedingt es nicht, wie wir uns beziehen, wenn wir gegenseitig Glück oder Freude schöpfen sollen?

Wenn ich einen Menschen zu einem Objekt mache, in welchem ich mein Glück spiegeln will, ist es als „benutze“ ich ihn wie ein Gegenstand.
Nimmt er/sie die Einladung dazu an, bedeutet es, dass die Freiheit verschwunden ist.

Eine Alternative ist für mich zu sagen: „ICH nehme die Verantwortung dafür an, dass ICH glücklich bin (wenn „glücklich das ist was ich „sein“ will?). „Darüber solltest du dir keine Sorgen machen!“

Tantra für das Ego?

Wenn ich manchmal unterschiedliche „Tantra Seminar Angebote“ lese, dann wird „Tantra“ oft als eine Möglichkeit gesehen, wie man seine/n Partner/in glücklich machen kann. „Lerne zu spüren was er/sie braucht!“ heißt es oft.

Braucht es nicht ein ziemlich großes Ego dafür, zu glauben, dass man merken kann, was jemand braucht? Es ähnelt sich fast dem, was jeder Politiker vor der Wahlrunde sagt: „Deutschland braucht….“

Kann ich überhaupt spüren was ICH brauche? Kannst du? Oder soll das was du meinst zu „spüren“ irgendeine Bedeutung haben, die du dem gibst was du in dir selbst wahrnimmst? Eine Erzählung oder eine Ambition? …Mein Ego braucht…

Was braucht das Ego?

Witzigerweise braucht das Ego nie „zu atmen“ aber „eine neue Atemtechnik lernen“ zu wollen. Das Ego braucht auch nicht „satt zu werden“ aber „Rohfood essen wollen“ oder „eine Diät Kur durchzuführen“. Das Ego braucht nicht „sich zu bewegen“ aber „gut sein zu wollen in irgendeiner Yogaform und es „richtig“ zu machen“. Das Ego braucht nicht „zu lieben“ aber „Tantrasex zu praktizieren“.

Es ähnelt sich vollkommen einer Ambition „einem guten Behandler“ oder einem „total gut im Bett“ zu sein.

“Nein” sagt jemand „ICH kann es nicht spüren, aber die Engel können es!“ Oder „die Energie“ die durch mich strömt erzählt mir wo eine fehlende Balance ist…da oder da“… Wenn du „Energie“ bist, macht es dann Sinn zu sagen, dass „Energie“ durch „Energie“ strömt? Es ist, als würden wir sagen: „Bewegung bewegt Bewegung“… ziemlich sinnlos in meiner Beschreibung.

Tantra ist radikal.

So radikal, dass es sagt:

„Glaub an nichts!“ – Auch nicht an diesen Text oder jedem von „Tantra“

„Wenn du handelst, dann sei total – sei dein handeln!“ Das wird „Karma“ genannt.

„Sei präsent genau in diesem Augenblick!“ Du kannst nichts Neues erleben, solange du deine Erfahrungen (das Intellekt) verwendest und urteilst. Dass, was dein Intellekt dir anbietet wird alles aus Erzählungen und Geschichten deiner Erfahrungen geholt. Aus dem, was du schon gelernt hast.

„Sieh!“ Nur im ungebundenen und natürlichen IST Freiheit,Lust und Liebe. Keine „Konzepte“ oder „Methoden“ werden dich je dahin bringen.